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9 Kommentare

  1. 2

    Hugin und Munin

    Deutsches Mädel! Deutsche Frau!
    Such Dir einen deutschen Mann!
    Die Ahnen sehen’s wohl genau,
    Ihr heil’ger Segen schütz‘ Euch dann!

    Deutscher Junge! Deutscher Mann!
    Streb nicht nur nach Spaß und Geld –
    wirklich glücklich wirst Du sein
    mit eig’ner Familie in der Welt!

    Gleiches Blut zu gleichem drängt!
    Ein jedes Volk hat dies Gebot
    und jeder Schuft gehört gehängt,
    der diesen reinen Sinn verroht!

    Einstmals, da stand „deutsch“ für „Ehr“ –
    da dräng‘ es uns heut‘ wieder hin
    es ist noch nicht zu lange her,
    Großvater hatt‘ es noch im Sinn!

    So, deutsches Volk, steh endlich auf!
    Die Zeit der Lügner sei vorbei!
    Es zähl‘ nun dies im Weltenlauf:
    Sei wieder aufrecht, stark und frei!

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  2. 3

    Waffenstudent

    Die Entdeutschung unserer Sprache

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  3. 4

    Waffenstudent

    http://gedichte.xbib.de/gedicht_M%FChsam%2C32,32.htm

    DER SEHER VON 1923:

    Über die Deutschen:

    Strömt herbei, Besatzungsheere,
    schwarz und rot und braun und gelb,
    daß das Deutschtum sich vermehre,
    von der Etsch bis an den Belt!

    Schwarzweißrote Jungfernhemden
    wehen stolz von jedem Dach,
    grüßen euch, ihr dunklen Fremden:
    sei willkommen, schwarze Schmach!

    Jungfern, lasset euch begatten,
    Beine breit, ihr Ehefrau’n,
    und gebäret uns Mulatten,
    möglichst schokoladenbraun!

    Schwarze, Rote, Braune, Gelbe,
    Negervolk aus aller Welt,
    ziehet über Rhein und Elbe,
    kommt nach Niederschönenfeld!

    Strömt herbei in dunk’ler Masse,
    und schießt los mit lautem Krach:
    säubert die Germanenrasse,
    sei willkommen, schwarze Schmach!

    Erich Mühsam, 1923
    Quelle: Metapedia

    Auch genannt das Deutschlandlied in der Version des jüdischen Schriftstellers Erich Mühsam, 1923: (nach der Melodie des Deutschlandliedes (Haydn)) Strömt …

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  4. 7

    Waffenstudent

    Anmerkung des Weiterleiters: Niemand soll sagen, daß Germaniens Stämme nicht gegen die Plünderung ihrer Sozialkassen, äh gegen ihre international gewollte Versklavung aufbegehren. Dabei ist der Begriff Plünderung eigentlich völlig falsch, weil eine Plünderung immer auch ein Ende findet. Aber hier wird nicht geplündert, sondern dauerhaft versklavt. Jede andere Beschreibung geht am Kernproblem vorbei. Und das Fatale an dieser schleichenden Versklavung besteht eigentlich daran, daß sich ein Volk der Hochkultur, ohne jede Not von sogenannten Unberührbaren versklaven läßt. Hier sind die Fakten:

    Bis dass der Zwang euch bindet
    Aus Das Magazin

    Quelle: http://www.dasmagazin.ch/index.php/B…ng_euch_bindet

    Er braucht etwas «Unverdorbenes», also eine aus der Heimat importierte Braut.
    Bild: Benjamin Güdel
    Sie soll froh sein, dass für sie der «Richtige» gefunden wurde. Bild: Benjamin Güdel

    Sie soll froh sein, dass für sie der «Richtige» gefunden wurde.
    Bild: Benjamin Güdel
    AdLINK Internet Media AG

    Tausende von Bräuten aus dem Balkan, der Türkei und Sri Lanka werden jährlich in die Schweiz geholt. Da gibt es nichts zu feiern.

    Bald ist wieder Saison. Sommer für Sommer fahren und fliegen Tausende von Migrantenfamilien aus der Schweiz für zwei oder drei Wochen in ihre Heimatländer, um dort Ferien zu machen. Und um Hochzeiten einzufädeln. Von der Heiratssaison 2002 in Bosnien kann zum Beispiel Lejla berichten, die in Wirklichkeit anders heisst, aber nie mit richtigem Namen an die Öffentlichkeit träte. Zu schwer wiegt für sie die Schmach.

    Lejla, heute 23, sitzt in einem Hinterzimmer in der Nähe von Aarau und erzählt, wie sie im Juli 2002 Besuch aus der Schweiz erhielt. Ein bosnischer Vater, eine Mutter und deren Sohn standen an ihrer Haustür in Srebrenica. Fremde Leute, die Lejla noch nie zuvor gesehen hatte. Die junge Frau wusste einzig von ihrem eigenen Vater, dass sie diesen bosnischen Eltern aus der Schweiz bei einem früheren Besuch in Srebrenica auf der Strasse aufgefallen und offenbar als valable Ehefrau für ihren Sohn Mersad* taxiert worden war. Lejla war zwar etwas überrascht von diesem Interesse, denn sie war damals erst 18 und hatte eben Arbeit als Coiffeuse gefunden. Handkehrum war diese Art des Kennenlernens nichts Aussergewöhnliches im ländlichen Bosnien.

    So unternahm Lejla mit Mersad, der ebenfalls erst 18 und im dritten Lehrjahr war, ein paar Spaziergänge. Ihr Vater hatte zwar erklärt, sie dürfe auch Nein zu einer eventuellen Heirat sagen, doch Mersad war ihr sympathisch und wurde es beim Telefonieren und Simsen in den nächsten sechs Monaten immer mehr. Lejla kannte viele junge Leute, die in den letzten Jahren Srebrenica verlassen hatten, jene Kleinstadt, die 1995 schreckliche Bekanntheit durch ein Massaker an mehr als 7000 Bosniaken erlangt hatte. Doch sie selber, Tochter eines Polizisten, hatte nie ans Auswandern gedacht, bis sie Mersad kennenlernte. Im Dezember 2002 wurde geheiratet, im Februar 2003 zog Lejla offiziell und ohne grössere Formalitäten in die Schweiz nach, denn ihr Mann hat die Niederlassungsbewilligung C und damit Rechtsanspruch auf Ehegattennachzug. Mersad wohnte bei seinen Eltern, die auch für alle Kosten des Nachzugs aufkamen, und es war nur selbstverständlich, dass seine Frau ebenfalls in die Viereinhalbzimmerwohnung der Schwiegereltern einzog.

    Dort lernte Lejla aber bald Mersads andere Seite kennen. Nach ein paar Wochen war es vorbei mit der ersten Romantik. Er blieb nächtelang von zu Hause weg. Ihr Mann, so realisierte Lejla bald, hatte hier eine Freundin, eine Schweizer Freundin, und zwar seit Langem. Das wussten auch seine Eltern, denn dies war der Grund, warum sie in Bosnien auf die Suche nach einer Schwiegertochter gegangen waren. Die Braut aus der Heimat sollte ein Disziplinierungsmittel sein, um ihren Sohn wieder auf den Pfad der Tugend zu bringen. Eine Schweizer Schwiegertochter hingegen war undenkbar für diese Eltern, obwohl sie seit 25 Jahren in der Schweiz leben. Sie wollten eine «unverdorbene» Frau für ihren Sohn, eine, die spurt, nicht aufbegehrt, kurz: eine «anständige» Muslimin, und deshalb war für sie nur eine «uvozena nevjesta», eine importierte Braut aus der Heimat infrage gekommen.

    Mersad wiederum hatte nur deshalb in die Heirat eingewilligt, um endlich Ruhe vor seinen drängenden Eltern zu haben – und um sich dann wieder seiner Schweizer Freundin widmen zu können. Alles Einreden auf ihn nützte nichts, er gab seine Schweizer Freundin nicht auf. So begannen die Eltern bald, die Schwiegertochter zu beschuldigen, dass sie ihren Sohn nicht genug liebe. Doch Lejla war bereits schwanger, und es war Mersad, der sie zur Abtreibung aufforderte, was wiederum die Schwiegereltern nicht wollten.

    Als der Sohn geboren war, sagte Mersad zu seiner Frau: «Dieses Kind zerstört mein Leben.» Lejla wusch, kochte, putzte weiterhin für die ganze Familie, ansonsten war sie in der Wohnung der Schwiegereltern vollkommen isoliert. Kontakte nach aussen waren ihr verboten. «Am liebsten hätten sie mich per Post nach Bosnien zurückgeschickt», sagt Lejla – aber ohne Sohn. Die Ehe wurde schliesslich geschieden. Heute ist die Mutter arbeitslos, spricht trotz RAV-Sprachkurs kaum ein Wort Deutsch und lebt mit ihrem vierjährigen Sohn mehrheitlich von der Sozialhilfe.
    Inhaltsverzeichnis
    [Verbergen]

    * 1 Das arrangieren sie schon
    * 2 Kranke Toleranz
    * 3 Planet der Patriarchen
    * 4 Wieder Jungfrau
    * 5 Winnetou reitet wieder
    * 6 Zu viel Folklore

    Das arrangieren sie schon

    Lejla hat vergleichsweise Glück. Dank der Hilfe eines Anwalts ist sie nicht ins Herkunftsland abgeschoben worden wie viele andere Geschiedene. «Aufenthaltszweck erfüllt», heisst es dann jeweils im Amtsdeutsch, denn der Zweck war der «Verbleib beim Ehemann». Die zurückspedierten Frauen fallen erst recht zwischen alle Stühle. Ex-Mann und Schwiegereltern wollen nichts mehr mit ihnen zu tun haben, bei den Migrationsämtern hält man sie für Scheinbräute und im Herkunftsland für Huren.

    Relatives Glück hat Lejla auch deshalb, weil andere sogenannte Importbräute oder -bräutigame von ihren Eltern zur Hochzeit gezwungen werden, was im schlimmsten Fall mit einem «Ehrenmord» endet wie 2005 im Tessin. Dort war der Cousin einer 20-jährigen Pakistanerin via Arrangement der Eltern ins Tessin geholt worden. Weil der Ehemann nicht ertragen konnte, dass seine hier aufgewachsene und gut integrierte Frau weiterhin ein selbstständiges Leben führen und auch arbeiten wollte, verlangte sie bald einmal die Scheidung. Daraufhin erschlug der Ehemann seine Frau im Schlaf, um der Schande einer Scheidung und Ausweisung zu entgehen; für ihn eine Frage der «Ehre». Sein Verteidiger hatte deshalb mildernde Umstände geltend gemacht, allerdings vergeblich.

    «Ehrenmorde» wurden bislang zwei in der Schweiz bekannt. Doch arrangierte und Zwangshochzeiten gibt es Tausende. Eine neue Studie der Lausanner Stiftung Surgir spricht von vierhundert dokumentierten Zwangsheiraten in den letzten fünf Jahren und geht, weil sie eine hohe Dunkelziffer vermutet, von «mehreren Tausend» Fällen aus.

    Alexander Ott, Fremdenpolizeichef der Stadt Bern, ermittelt jährlich in achtzig Fällen, Tendenz steigend. Marlène Schenk wiederum, Sprecherin der Organisation http://www.zwangsheirat.ch, mag diese Zahlen nicht kommentieren und will vorderhand auch keine neuen nennen. Schenk schreibt derzeit eine Lizenziatsarbeit über Zwangsehen in der Schweiz, und ihre Zurückhaltung bei den Zahlen hat auch mit der schwierigen Abtrennung der Begriffe zu tun. Was heisst genau «arrangiert»? Und wann beginnt der Zwang? Aus Schweizer Optik mag rasch als erzwungen wirken, was in Ostanatolien, auf dem Balkan, im Norden von Sri Lanka oder in Somalia nur als normal gilt, weil die Braut nichts anderes kennt. Schenk versucht die Klärung mit einer einfachen Frage: Hat die Frau oder der Mann das Recht, ohne negative Folgen Nein sagen zu dürfen? Falls nicht, ist es für Schenk nicht tolerabel.

    Fest steht hingegen für Surgir wie für http://www.zwangsheirat.ch, dass vor allem in türkischen, kurdischen, (kosovo-)albanischen und tamilischen Familien Ehen arrangiert oder gar erzwungen werden, was eben sehr oft über Familiennachzug geschieht. Allein aus besagten vier Ländern beziehungsweise Regionen werden gemäss Statistik des Bundesamtes für Migration pro Jahr ungefähr fünftausend Bräute und Bräutigame in die Schweiz importiert, etwa 60 Prozent Frauen und 40 Prozent Männer. Rund die Hälfte kommt allein aus Kosovo. Der Berner Fremdenpolizeichef Ott schätzt, dass 50 bis 60 Prozent der in der Schweiz lebenden jungen Kosovo-Albaner und -Albanerinnen ihren Ehepartner aus ihrer Heimat holen. Oder vielmehr: holen lassen.
    Kranke Toleranz

    So dürften allein in den letzten zehn Jahren gegen 50 000 Ehefrauen und Ehemänner aus dem Balkan und der Türkei in die Schweiz geholt worden sein, meistens aus ländlichen Gegenden und mit minimaler Schulbildung. Und dieser Zuzug wird zunehmen. Weil die Arbeitsmigration aus jenen Ländern faktisch unmöglich geworden ist, bleibt als einziger legaler Einwanderungsweg der Familiennachzug. Natürlich wird man auch gut funktionierende Ehen finden. Doch ein beträchtlicher Teil, so schätzt der erfahrene Solothurner Gerichtsdolmetscher und auf den Balkan spezialisierte Kulturmediator Silver Kordic, sind Fälle wie Lejla. Und das heisst: Isolation, Gewalt, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe. Deshalb funktioniert die Integration nicht mit jeder Generation besser, sondern sie beginnt mit jeder Importbraut und jedem Importbräutigam wieder bei null.

    Lange Jahre lag ein dicker Mantel des Schweigens über dem Thema der arrangierten und erzwungenen Heiraten. Eine, die diese Omertà vor zwei Jahren mit Wucht durchbrach, war die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek. In zwei Büchern prangerte Kelek die Tradition der «ImportGelin» an, wie die türkischen Importbräute heissen, die in Deutschland zwangsverheiratet werden (1). Das öffentliche Echo war furios – vor allem der erbitterte Widerstand. Für Deutschlands Türkenverbände war Kelek fortan eine Verräterin und für die Grünen eine Rassistin, die mit ihrer Kritik nur den Fremdenfeinden nütze. In die gleiche Mühle war bereits Seyran Ates geraten, eine deutsch-türkische Anwältin, die zwangsverheiratete Türkinnen in Scheidungsprozessen vertrat, bis sie – weil mehrfach mit dem Tod bedroht – ihre Berliner Kanzlei schloss.

    Im vergangenen Dezember wurde Seyran Ates von der Organisation http://www.zwangsheirat.ch für ein Referat nach Basel eingeladen. Es wurde rasch deutlich, dass Ates, die vehemente Streiterin gegen Zwangsheiraten, längst nicht allen genehm war in der Integrationshochburg Basel, zum Beispiel der Ethnologin und Integrationsfachfrau Lilo Roost Vischer. «Wir stiessen auf grossen Widerstand unter den Linken», erinnert sich die Mitorganisatorin Gisela Hürlimann. «Man warf uns vor, mit diesem Thema und dieser Referentin würden wir Rassismus gegen migrantische Gruppen schüren.» Ihren Kritikern hielt Ates in der «Basler Zeitung» entgegen: «Die Multikulti-Anhänger wollen die Migranten machen lassen, wollen sich nicht einmischen, nicht hinsehen – und verwehren damit Minderheiten gleiche Chancen. So was nennen die Toleranz. Ich finde es krank!»

    Exakt darüber ist nun auch in der Schweiz ein giftiger Streit im Gang. Es ist keiner zwischen Rechts und Links, sondern eher zwischen Rot und Grün. Nach Erfahrung der Historikerin Hürlimann «wird die Schweizer Integrationsindustrie von Ethnologinnen dominiert». Die Integration ist nicht nur ein zunehmend attraktives Arbeitsfeld für diesen Berufsstand, sondern der ethnologische Blick prägt auch die Perspektive. Und die ist nicht selten vom «Winnetou-Syndrom» geprägt, wie sich der Basler Migrationsdelegierte (und Nicht-Ethnologe) Thomas Kessler ausdrückt: «Man will den edlen Wilden möglichst so in seinem Reservat belassen, wie er ist.» In Basel selber komme dieses Syndrom nicht mehr vor, behauptet Kessler, was die Leute von http://www.zwangsheirat allerdings bezweifeln. Gisela Hürlimann oder den Luzerner SP-Politiker Lathan Suntharalingam stört nicht nur der verklärende Blick, sondern ebenso die mitunter gönnerhafte, maternalistische Art, in der Migranten wie Suntharalingam erklärt wird, was Sache ist beim Zwangsheiraten. Als Tamile weiss er selber nur zu gut darum, und gerade deshalb ist er frei von der Romantisierung des Exotischen, die so typisch ist für das Winnetou-Syndrom.

    Die Initianten von http://www.zwangsheirat.ch sind alle zwischen 24 und 38 und bilden eine neue Generation von integrationspolitisch engagierten Leuten, die nicht mehr nach den alten ideologischen Reflexen funktionieren. Gewiss, ihr Herz schlägt links, und sie nehmen auch die Mehrheitsgesellschaft in die Pflicht, damit diese nicht bloss bequem bei Türken, Albanern und Tamilen einfordert, was auch den Schweizern immer weniger gelingt: eine funktionierende Ehe. Trotzdem mag man sich bei http://www.zwangsheirat.ch keinen Denkverboten und politischen Korrektheiten unterziehen, wie sie bei der Ethnologin und ehemaligen grünen Politikerin Annemarie Sancar durchschimmern, wenn sie in der Zeitschrift «Widerspruch» mahnt: «Unter heutigen Bedingungen zunehmender Fremdenfeindlichkeit ist es besonders fahrlässig, wenn Ereignisse wie häusliche Gewalt oder Zwangsehen mit ‹Herkunft› und ‹Kultur› verknüpft werden.» Als hätten Zwangs- und arrangierte Heiraten nichts mit «Herkunft» und «Kultur» zu tun.
    Planet der Patriarchen

    Einer, den der politisch korrekte Diskurs ebenfalls wenig kümmert, dafür umso mehr die Praxis, ist besagter Gerichtsdolmetscher und Kulturvermittler Silver Kordic aus Solothurn. Selber gebürtiger Albaner aus Montenegro, vielsprachig und mittlerweile Schweizer Bürger, ist der studierte Linguist 1980 in die Schweiz gekommen und hat schon «Hunderte von Fällen» erlebt, die stets nach dem gleichen Muster funktionieren: Ehepartnernachzug, Krach mit den Schwiegereltern, weil eine liberale mit einer archaischen Welt in Konflikt gerät, was schliesslich zur Trennung oder zur Scheidung führt. Kordic spricht von «zwei Planeten», dem «Planeten Balkan» und dem «Planeten Schweiz», und die prallen nie heftiger aufeinander als beim Familiennachzug. Die Opfer trifft Kordic dann jeweils vor Gericht und auf dem Sozialamt. In erster Linie sind Frauen die Leidtragenden der «Balkan-Machos», wie Kordic die jungen Ehemänner und ihre (Schwieger)Väter konsequent nennt.

    Die «Balkan-Machos» sind von einer jahrhundertealten patriarchalen Kultur geprägt, deren Kern Silver Kordic nicht etwa im Koran sieht, sondern im sogenannten Kanun des Lekë Dukagjini, einer aus Nordalbanien stammenden Sammlung von mittelalterlichem Gewohnheitsrecht. Dessen Regeln reichen von der Gestaltung einer Hochzeit über Ehrenrituale bis zu den Gesetzen der Blutrache. Nicht, dass man diese Paragrafen heute noch auswendig lernen müsste. Vielmehr sind sie tief in der albanischen Kultur verwurzelt.

    Zentral ist für Kordic die Machtstellung des Vaters beziehungsweise Schwiegervaters. Der Patriarch sagt, was für den Rest der Familie gilt, und erst recht gilt es für die Töchter. Ihr Gängelband ist viel kürzer als das der Söhne. Die dürfen sich früh und vor allem freier ins ausserhäusliche Vergnügen stürzen, notfalls wird selbst eine Schweizer Freundin geduldet, solange er sie nicht heiraten will. Undenkbar für die Töchter. Ein Freund? Verboten. Abendausgang? Höchstens unter Aufsicht eines Bruders oder Cousins.

    So denken die Eltern, vor allem jene, die aus ländlichen Gegenden in die Schweiz gezogen sind, also die meisten. Doch wie reden ihre Söhne, die hier geboren und aufgewachsen sind? Ortstermin in einer Ostschweizer Berufsschulklasse. Die Lehrerin, sehr engagiert in Integrationsfragen, stellt dem Besucher «meine Machos» vor, wie sie lachend sagt. Es sind acht Männer aus dem Balkan und der Türkei, alle zwischen 17- und 18-jährig. Im Grunde mag sie ihre Machos – sofern die nicht gerade über Frauen reden. Die Runde ist sich ziemlich einig: Regel Nummer 1: Der Vater ist das absolute Vorbild. Regel Nummer 2: Die eigenen Töchter werden später gleich erzogen. Regel Nummer 3: Geheiratet wird nur eine Frau aus dem gleichen Land und mit dem gleichen Glauben. Regel Nummer 4: «Keine Occasion», wie sich ein junger Mazedonier ausdrückt. Der Jungfrauenkult ist auch bei den 18-Jährigen intakt, obwohl sich der Serbe in der Klasse kulanter gibt: «Bei uns ist das nicht so wichtig. Heutzutage bekommt man sowieso fast nur noch Occasionen.» Der Mazedonier hat hier zwar eine brasilianische Freundin, «aber die ist zum Üben und sicher nicht zum Heiraten. Ich will doch keine mit Totalschaden.» Dass er selber mit 13 in Mazedonien erstmals ins Puff ging und seither immer wieder, wie er versichert, das ist «kein Problem» für ihn. «Ich bin ein Mann, das ist normal.»

    Normal ist aber auch, dass junge und hier aufgewachsene Kosovo-Albanerinnen oder Türkinnen bei aller Kontrolle durch Eltern und Cousins eher MTV als den Kanun des Lekë Dukagjini im Kopf haben. So findet täglich und tausendfach ein landesweites Versteckspiel zwischen Töchtern und Eltern respektive Cousins statt. Die eine zieht sich im Hinterhof um, weil sie nicht bauchfrei in die Schule oder an die Arbeit gehen dürfte, die andere fälscht die Einladung für eine Schulreise, um drei Tage lang mit ihren Kolleginnen ungehinderten Ausgang zu haben, die dritte – und von diesen dritten gibt es besonders viele – hat insgeheim einen Freund. Das dauernde Verheimlichen ist schon mühsam genug, doch in Panik geraten die Töchter bisweilen, wenn der Vater zum ersten Mal vom Heiraten spricht. So erinnert sich der Chefarzt eines Ostschweizer Spitals an eine 20-jährige Türkin, die verzweifelt in seine Praxis gekommen war, um ihr Jungfernhäutchen wieder zusammennähen zu lassen. Denn sie sollte bald von ihrem Vater mit einem Mann in der Türkei verheiratet werden. Für den Arzt war es ein kleiner chirurgischer Eingriff, doch für die Patientin eine riesige Erleichterung, weil sie nun als Braut «wieder hergestellt» war. Ihr Vater hatte keine Ahnung, dass seine Tochter einen Schweizer Freund hatte, geschweige denn wusste er von der Operation. Die Krankenkasse bezahlte die 1000 Franken für den Eingriff unter einem unverdächtigen Titel, damit die Eltern nicht misstrauisch wurden wegen der Arztrechnung.

    Wieder Jungfrau
    Auch für die beiden Gynäkologinnen Monika Bamert und Ikbale Siercks vom Kantonsspital St. Gallen ist das Thema nicht neu, obschon es zu den meisttabuisierten gehört und die Ärztinnen nicht wissen, wie viele Frauen aus der Schweiz in türkischen, kosovarischen oder ungarischen Kliniken landen.

    In St. Gallen erhalten sie jedenfalls zunehmend Anfragen für Hymenrekonstruktionen, wie der Eingriff im Fachjargon heisst. Derzeit sind es rund zehn pro Jahr. Tatsächlich operiert werden jährlich zwei bis drei Frauen und auch sie erst nach eingehender Abklärung und eher widerstrebend, wie die Leitende Ärztin Monika Bamert sagt. Sie weiss sehr wohl, dass sie sich damit einer patriarchalen Logik fügt, die ihr persönlich widerstrebt. Doch entscheidend ist die Gefährdung der Patientin. Dabei geht es selten um Leben und Tod, aber immer um Familienehre und Familienschande. Wie tonnenschwer auch dies auf einer 18-jährigen Tochter liegen kann, das braucht Bamerts Kollegin Ikbale Siercks niemand zu erklären. Sie ist als Türkin in Deutschland aufgewachsen und hat Mütter erlebt, der Nachbarn die Hölle prophezeiten, nur weil ihre Tochter einen Deutschen und nicht einen Türken geheiratet hatte. Auch die 18-jährige Albanerin, die wir hier Teuta* nennen wollen, kennt sich aus in dieser Welt, in der sich fast alles um die Familienehre dreht. Teuta ist vor 13 Jahren aus Kosovo zu ihren Eltern in die Nähe von St. Gallen gezogen, und für die Eltern steht jetzt schon fest, dass auch der künftige Schwiegersohn (ebenso wie die Schwiegertochter) ein Albaner sein und möglichst aus Kosovo kommen muss – eine schreckliche Vorstellung für die Tochter. Doch Teuta mag nicht selber durchmachen, was eine Kollegin mit einem mazedonischen Importbräutigam erlebt hat. «Die ersten zwei, drei Monate ging es gut», erzählt Teuta, «dann ging er jeden Abend fort. Seine Frau ging tagsüber arbeiten, nach Feierabend musste sie den Haushalt machen. Er sprach selber kein Wort Deutsch und war drei Jahre lang arbeitslos. Als sie sich weigerte, ihm das Nachtessen zu kochen, wenn er abends um zehn oder elf nach Hause kam, begann er sie zu schlagen. Sie wollte sich von ihm trennen, doch dann kam sie unter Druck ihrer Eltern, die unbedingt einen Skandal vermeiden wollten. Schliesslich kam es doch zur Scheidung, der Ehemann musste wieder ausreisen.» Ob auch in diesem Fall ein paar 10 000 Franken Schmerzensgeld an die Eltern des abgeschobenen Schwiegersohnes bezahlt werden mussten, wie es öfters vorkommt, weiss Teuta nicht. Sie weiss nur, dass sie nie «en söttige vo döt une» will.

    Es sind Töchter wie Teuta, vor denen sich potenzielle Ehemänner und Schwiegereltern fürchten. Je besser die Bildung, umso schlechter die Kontrolle. Sie wollen keine Frauen, die die alten Rollenbilder infrage stellen und vom liberalen westlichen Geist «angekränkelt» sind, wie der Politologe Stefan Luft in seinem Buch über «Wege aus der Integrationskrise» schreibt (2). Schwiegertöchter und -söhne, die aus den ländlichen Gebieten des Balkans in die Schweiz kommen, sind für die Eltern vertrauter und besser kontrollierbar als hier aufgewachsene. Und nicht zuletzt geht es um Geld. Jeder Familienangehörige, der in die Schweiz geschickt wird, bedeutet eine neue Einnahmequelle für die daheimgebliebene Verwandtschaft, und deshalb fühlen sich die Migranten oft in der moralischen Pflicht, einem Bekannten «von unten» die Chance auf Nachzug zu geben.

    Doch was tun? Die Heirat im Heimatland verbieten? Mit guten Gründen hat bislang niemand nach dem Staat als Heiratszensor gerufen. Ansonsten müsste man konsequenterweise auch allen Schweizerinnen und Schweizern untersagen, ihre Braut aus Thailand oder den Bräutigam aus Marokko oder Jamaica zu importieren. Gerichtsdolmetscher Silver Kordic würde beim Nachzug in die Wohnung der Schwiegereltern ansetzen. Denn er hält diese Wohnungen für den Kern der balkanischen Parallelwelt in der Schweiz. Nirgends sind die Importbräute isolierter und kontrollierter als in den Viereinhalbzimmerwohnungen ihrer Schwiegereltern, sagt Kordic aus langen Jahren der Erfahrung. Das sieht zwar Alexander Ott ebenso, doch der Chef der Stadtberner Fremdenpolizei weiss zugleich, wie schwach auch hier die gesetzliche Handhabe ist.

    In St. Gallen hingegen hat man mithilfe des Gesetzes rigoros durchgegriffen, zumindest in einem Fall. Eine damals 20-jährige Türkin hatte im Jahr 2005 einen Mann in der Türkei geheiratet – auf Druck ihres 45-jährigen Vaters, der bereits seit 26 Jahren im Kanton St. Gallen lebte und gerade ein Einbürgerungsgesuch für seine Familie gestellt hatte. Im April 2006 traf der Importbräutigam in St. Gallen ein, doch nun zeigte die Zwangsverheiratete ihren Ehemann sowie ihren Vater wegen Nötigung an; denn die beiden hatten ihr mit einem Ehrenmord gedroht, weil sie die Ehe nicht «vollziehen» wollte. Um dies zu verhindern, wurden der Vater und der Ehemann im Mai 2006 kurzerhand ausgeschafft.

    Ein starkes Signal, das für all jene in die richtige Richtung weist, die seit Langem griffige Rechtsmittel fordern, um endlich juristisch gegen Zwangsheiraten vorgehen zu können. Doch es ist zweifelhaft, ob dieses Signal hält. Denn der Vater und der Ehemann haben gegen ihre Ausschaffung geklagt, und Juristen halten es für durchaus denkbar, dass das Verwaltungsgericht den beiden Männern recht geben und sie in die Schweiz zurückholen lassen könnte. Gäben die St. Galler Richter nach, so wäre es gewiss keine Ermutigung für andere Frauen, sich gegen Zwangsverheiratungen zu wehren.

    Die junge Türkin ist vor einem Jahr untergetaucht und lebt seither vollkommen anonym und von ihrer Verwandtschaft abgeschnitten weiter; ein hoher Preis für ihre Anzeige – und ob sie den noch einmal zahlen würde, das könnte nur sie selber sagen. Doch wo keine Klägerin ist, da ist kein Richter, und das wissen auch die Juristen im Eidgenössischen Justizdepartement, die bis Ende dieses Jahres einen Bericht über Massnahmen gegen arrangierte Ehen und Zwangsheirat vorlegen müssen, den die FDP-Politikerinnen Erika Forster und Trix Heberlein per Motion verlangt haben. Noch selten hat man Justizminister Blocher so ratlos reden hören wie im Januar 2007 bei seiner Antwort auf diese Motion. Innerhalb von fünf Minuten sagte er fünfmal, wie schwierig das alles rechtlich zu regeln sei. Und einfacher wird die Antwort gewiss nicht mit Urteilen wie jenem der Asylrekurskommission aus dem Jahr 2006, als es die Scharia über das Bundesrecht stellte und einem ägyptischen Asylbewerber den Nachzug einer Ehefrau erlaubte, bei deren Heirat offenbar weder er noch sie selber anwesend waren. Um arrangierte Heiraten zu erschweren, haben Länder wie Dänemark die Altersgrenze beim Ehepartnernachzug auf 24 Jahre erhöht. Zu hoch, wie man bei http://www.zwangsheirat.ch findet, doch unter 18 sollte sie ebenso wenig liegen. In die Schweiz können nach heutigem Gesetz auch 16-jährige Bräute und Bräutigame einreisen.
    Winnetou reitet wieder

    Wenigstens in einem Punkt scheint man sich über alle Grenzen hinweg einig, wie der Malaise zu begegnen ist: Es braucht Sprachkurse. Ohne Sprache bleibt Integration ein ewiges Fremdwort. Wer gut Deutsch spricht, hat nicht nur bessere Chancen auf Arbeit und Ausbildung; Sprachkurse sind auch der Schlüssel zum Ausbruch aus der familiären Isolation, in der vor allem die importierten Bräute stecken. Doch wird die Sache konkret, ist es auch hier sofort vorbei mit der Einigkeit. Der Streit geht um die Frage, ob solche Sprachkurse obligatorisch oder freiwillig sind. Und vor allem, ob und welche Folgen es haben soll, wenn jemand nicht zum Sprachkurs erscheint oder ihn nicht besteht.

    «Integration beginnt am ersten Tag», sagt Thomas Kessler in Basel und denkt dabei gerade an jene zugezogenen Ehepartner, die bislang in den Wohnungen der Schwiegereltern verschwunden sind und auch nach Jahren noch keine Silbe Deutsch verstanden. Diese Ehefrauen – wie auch Ehemänner und nachgezogene Kinder – will Kessler mittels individueller Integrationsvereinbarungen in Sprachkurse holen. In Basel kann seine Aufenthaltsbewilligung verlieren, wer sich Sprach- und Integrationskursen konsequent verweigert. Doch die SVP lehnt selbst dies als zu lasch und zu teuer ab, obwohl sie keine praktikable Alternative zu bieten hat. Für die Grünen wiederum riechen solch verbindliche Vereinbarungen zu sehr «nach SVP» respektive nach einem «neoliberalen Trend», der «die Chancenungleichheit eher verstärkt», wie Annemarie Sancar in der Zeitschrift «Widerspruch» kritisiert.

    Thomas Kessler sieht hier einmal mehr das Winnetou-Syndrom am Werk und vor allem eine «groteske Argumentation, mit der ein paar linke Frauen de facto die Macht des Patriarchen gegenüber der Chancengleichheit der Frau schützen.» Hinter dieser «antietatistischen Haltung» vermutet Kessler das altlinke Feindbild eines rassistischen Beamten, der arme anatolische Hausfrauen und albanische Bauarbeiter mit deutschen Grammatikkursen schikaniert. Immerhin, in Basel liessen sich die Grünen von einem Nein zum Integrationsgesetz abhalten, indem man die obligatorischen Sprachkurse nicht mehr «erfolgreich», sondern nur noch «mit ernsthaftem Engagement» besucht haben muss. In Luzern hingegen verhinderten die Sparwut der SVP und die Winnetou-Romantik der Grünen einen (von CVP und SP unterstützten) Vorstoss des SP-Parlamentariers Lathan Suntharalingam, der die Einführung von obligatorischen Sprachkursen verlangt hatte. Besser erging es dem Zuger Kantonsrat Rupan Sivaganesan. Seine Motion für verbindliche Deutschkenntnisse zur Erlangung der Niederlassungsbewilligung wurde einhellig an die Zuger Regierung überwiesen.
    Zu viel Folklore

    Suntharalingam und Sivaganesan gehören ebenso wie Gisela Hürlimann oder die Kosovarin Ylfete Fanaj aus Luzern jener neuen Generation an, die die Integrationspolitik nüchterner und illusionsloser betrachtet als manche der tonangebenden Leute in der Schweizer Integrationsindustrie. Sie sind, sagt Hürlimann, auch nicht mehr bereit, «jeden Folklorekurs und jedes Tanzkürsli als Integrationsmassnahme zu schlucken». Sie fordern obligatorische Sprachkurse anstatt Folklore. Und sie setzen auf Artikel 34, Absatz 3 des neuen Ausländergesetzes, der besagt, dass bereits nach fünf und nicht erst nach zehn Jahren eine Niederlassungsbewilligung erhalten kann, wer gut Deutsch spricht.

    Gerade für die Ehefrauen, sagt Ylfete Fanaj in Luzern, ist das Obligatorium von Sprachkursen wichtig: Nur wenn sie die Kurse besuchen müssen, sind sie gegenüber den Ehemännern und Schwiegervätern legitimiert. Nach Fanajs Erfahrung in Luzern (und ebenso jener von Kessler in Basel und Deutschland) fühlen sich diese Frauen auch mitnichten unter Zwang, sondern sie sehen diese Kurse vielmehr als Befreiung, als Chance zum Kontakt mit anderen Frauen – und anderen Vorstellungen. Genau deshalb sind ihre Männer so skeptisch. Sie fürchten einen Kontrollverlust auf ihrem kleinen Viereinhalbzimmer-«Planeten».Doch das Letzte, was hier hilft, ist falsch verstandene Toleranz.
    Von „http://www.dasmagazin.ch/index.php/B…g_euch_bindet“

    28 Kommentare
    Hilfe gefunden
    H.N.|
    Als eine von Zwangsheirat bedrohte Frau habe ich den Artikel im Magazin gelesen und ich möchte Sie wissen lassen, was ich darüber denke. Endlich bringen mutige Menschen dieses Thema zur Sprache und zeigen die Probleme von Zwangsheirat betroffenen Frauen auf. Ich hatte selbst mit Leuten von >zwangsheirat.chzwangsheirat.chzwangsheirat.ch – ein Programm verankert Menschenrechtezwangsheirat.ch – ein Programm verankert Menschenrechtezwangsheirat.chzwangsheirat.chzwangsheirat.chzwangsheirat.ch< betont unermüdlich, wie komplex dieses soziale Problem ist und dass es deshalb eines differenzierten Umgangs damit bedarf. Das multiethnisch und interdisziplinär zusammengesetzte Team betreibt die hierfür notwendige Grundlagenforschung ohne partialanalytische Einschränkungen. Diese trägt Früchte, nicht nur wissenschaftlich, sondern auch für die Betroffenen, denen wir präventive Massnahmen und Auswegsmöglichkeiten aufzeigen und die wir betreuen. Das Vertrauen, das uns die Betroffenen entgegenbringen, bringt uns mit vielen versteckten Realitäten in Kontakt. Es sind nebst den wissenschaftlichen Analysen auch diese authentischen Erfahrungen der Betroffenen, auf die wir unsere Aussagen fundieren.

    Wer sich für den Dialog interessiert, kann jederzeit mit uns in Kontakt treten (http://www.zwangsheirat.ch/kontakt.htm). Jede konstruktive Mitgestaltung bei der Lösung dieses sozialen Problems ist hoch willkommen.
    Marlène Schenk (universitärer Forschungsschwerpunkt: Zwangsheiraten in der Schweiz)

    Tamilen – arrangierte und nicht Zwangsheirat
    Damaris Lüthi
    Arrangierte Heirat bedeutet nicht immer Zwangsheirat, zumindest nicht bei tamilischen Familien. Damit nicht alle Bevölkerungsgruppen mit nicht-westlichen Wurzeln pauschal als rückständig und gewalttätig verachtet und verurteilt werden ist es wichtig, das Thema differenziert zu betrachten. Nicht alles, was nicht "Liebesheirat" ist, ist eine Zwangsheirat mit unabsehbaren, schlimmen Folgen, und auch innerhalb bestimmter Volksgruppen denken Menschen individuell und nicht nur in bestimmten Schemata.

    Ein Beispiel: Als ich Mitte der 1990er Jahre während eineinhalb Jahren in einem ärmlichen Quartier einer tamilischen Kleinstadt eine ethnologische Feldforschung zu einem ganz anderen Thema durchführte, war der Alltag begleitet von Gesprächen zu Heiratsverhandlungen. Meine Assistentin Vanilakshmi beispielsweise, Angehörige einer sehr tiefen und ökonomisch schlecht gestellten Kaste, jedoch ausgestattet mit einem Master in Folklore Studies, war mit 26 noch unverheiratet und wünschte sich, dass ihre Familie endlich den richtigen Mann für sie finde. Zu Anfang versuchte ich sie selbstverständlich davon abzubringen und zu überzeugen, dass eine gebildete Frau wie sie sich doch ihren Mann selbst aussuchen könne, sich nicht dem Diktat der Familie unterordnen solle, und dass sowieso eine Heirat auch nicht zwingend sei. Sie jedoch sah das ganz anders. Sie fand, sie habe das Recht zu heiraten, und zudem müsse nicht sie selbst sich darum kümmern, sondern dies sei die Pflicht ihrer Angehörigen. Der Bräutigam müsse ausserdem aus derselben Kaste stammen, weil es sonst später wegen unterschiedlicher Lebensstile und Rituale nur Probleme gebe. Leider seien ihre beiden Brüder sehr faul, nervte sie sich, und strengten sich nicht wirklich an, den Passenden für sie zu suchen. Trotz des anscheinend eher bescheidenen Engagements der Familie tröpfelten nach und nach Vorschläge für Heiratskandidaten herein, die jedoch bei Vanilakshmi nie auf Gehör stiessen: Der eine hatte den falschen Beruf, der andere verlangte zuviel Mitgift, der dritte hatte eine Glatze, beim vierten lebte die Mutter noch (und würde sie als böse Schwiegermutter später drangsalieren), der fünfte hatte das falsche Horoskop, und der sechste war schon über 35, so dass man sich fragen müsse, ob er nur deshalb noch nicht verheiratet sei, weil er an einer unheilbaren Krankheit leide, die von der Familie verheimlicht werde. Meine Assistentin redete bei ihrer arrangierten Heirat klar mit, und ihre Ansprüche auf einen gebildeten, gutaussehenden, gutverdienenden Traummann mit toter Mutter, fand ich, waren nicht unbescheiden. Aehnliches beobachtete ich bei meinen Nachbarinnen im heiratsfähigen Alter. Da wurden Passphotos verglichen und Abbildungen militärischer Abzeichen mit Lupen untersucht, besuchten Brüder mögliche Schwiegerfamilien, um zu kontrollieren, ob es im Haushalt einen Kühlschrank und weitere Annehmlichkeiten habe, wurde die Mutter eines Kreuzcousins verflucht, die ihren gebildeten Sohn nicht hergeben wolle, Horoskope studiert und Charakter diskutiert. Erst wenn die "Braut" nach langen, umständlichen Recherchen der Familie einwilligte, wurde ein erstes Treffen der KandidatInnen vereinbart. Auch für Vanilakshmi konnte schliesslich der passende Mann gefunden werden, mit dem sie nun seit mehr als 10 Jahren glücklich verheiratet ist, und ich musste zu Ende meines Aufenthalts zugeben, dass die arrangierte Heirat über diese Art familiäre Heiratsvermittlungsinstitute auch ihre guten und vor allem bequemen Seiten hat. Seit rund 25 Jahren leben Menschen aus der südasiatisch-tamilischen Region, in der ich forschte, als Flüchtlinge in der Schweiz. Mit zwei Mitarbeiterinnen führte ich von 2001-03 eine Feldforschung zum sozialen Wandel bei Tamilinnen im Raum Bern durch. Während eineinhalb Jahren begleiteten wir mehr als 90 Personen der 1. und 2. Generation, vorwiegend Frauen, und ihre Familien. Die Studie zeigte, dass die erste Generation viele der mitgebrachten Lebens- und Denkweisen perpetuiert. Dazu gehört auch die arrangierte Heirat. Was uns aber erstaunte war, wie sehr die nachwachsende Generation die mitgebrachten Werte und Verhaltensweisen immer noch für sich beansprucht. Rund die Hälfte der jungen Schweizer Tamilinnen beispielsweise wünscht, dass ihre Heirat arrangiert werde. Viele sind froh darüber, dass sie den Stress der Partnersuche delegieren können. Manche wählen in einer Art Mischform den Partner selbst aus, worauf die Angehörigen die Heirat unter der Etikette "arrangiert" in die Wege leiten, mit den traditionellen Aspekten wie Verlobung und Mitgift etc. Andere junge Frauen indessen geraten in Konflikt mit den Eltern und Brüdern, weil sie ihren Lebenspartner selbst wählen möchten und sich die Wahl nicht als "arrangierte Ehe" kaschieren lässt. Die Angehörigen sind verunsichert, weil sie befürchten, aus dem tamilischen transnationalen Sozialsystem ausgeschlossen zu werden, wenn die Tochter aus der Reihe tanzt; ausserdem halten sie angesichts der hohen Schweizer Scheidungsrate die "Liebesheirat" für zu wenig stabil. Den Familien solcher "abtrünniger" junger Menschen sollte man beratend zur Seite stehen, damit sie in der Exilsituation neue Heiratsformen akzeptieren. Die anderen jedoch, die freiwillig für sich eine arrangierte Heirat beanspruchen, kann man angesichts der Harmlosigkeit und gar Vorteile ihres Modells sowie der fehlenden Erfolgsquote der Schweizer "Liebesheirat" durchaus in Ruhe lassen. Probleme, die ein Paar nach einer transnational arrangierten Heirat hat, haben im übrigen häufig weniger mit der Heiratsform, als mit unterschiedlicher Sozialisation und Isolation im Gastland zu tun: Ehen zwischen tamilischen PartnerInnen aus verschiedenen Migrationsländern mit ähnlichem, z.B. europäischem Lebensstil, funktionieren anscheinend besser als Ehen zwischen Flüchtlingen und Personen aus der srilankischen Heimat. Forschungen in Grossbritannien mit seiner langen südasiatischen Migrationstradition bestätigen dies: Junge SüdasiatInnen nachwachsender Generationen beanspruchen zwar auch dort verbreitet für sich immer noch die arrangierte Heirat oder Mischformen, verzichten jedoch angesichts derer "Rückständigkeit" lieber darauf, "rustikale" PartnerInnen aus der Heimat zu berücksichtigen. Dazu kommt, dass viele zur Heirat Eingewanderte hier sehr isoliert leben müssen und nicht in ein Tamilenquartier ziehen können, wie man sie in Kanada, Frankreich oder Grossbritannien kennt. Angesichts der Vielfalt der Faktoren, die in der komplexen Exilsituation bewirken können, ob eine Ehe glücklich wird oder nicht, reicht es nicht, die Einwanderer zur "Liebesheirat" zu zwingen. Es braucht Begleitung, Beratung und manchmal Einschreiten durch kompetente Fachleute. Im übrigen ist es nicht ganz überzeugend, als einzige Stimme der Tamilen den jungen Luzerner Politiker Lathan Suntharalingam zu erwähnen. Bis vor einiger Zeit trat er gegenüber seinen tamilischen Landsleuten noch für die arrangierte Heirat ein, macht sich nun aber in der SP für die allumfassende Integration stark und dadurch beliebt, dass er sich über diejenigen seiner Landsleute lustig macht, für die srilankische Werte auch im Exil noch eine Bedeutung haben.

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  5. 9

    Waffenstudent

    Politisch-korrekt oder was wollen die Neger?

    Und hier die politisch korrekte Übersetzung ins Deutsche:

    Eine “enge Möse, zu große Schuhe und einen warmen Platz zum Scheißen”

    Politisch-korrekt oder was wollen die Neger? – Fundsache vom 25.02.2008

    Earl Butz – http://de.wikipedia.org/wiki/Earl_Butz – starb anfang des Monats mit 98 Jahren. Zu seiner Zeit war er ein bekannter Politiker in den USA. Und er mußte 1976 unfreiwillig zurücktreten, denn er hatte gesagt, die “Farbigen” wollten nur drei Sachen: zufriedenstellenden Sex, zu große Schuhe und ein warmes Bad”. Original New York Times im Nachruf: satisfying sex, loose shoes and a warm bathroom. Hatte er das gesagt? Nein. Das Originalzitat ging so: Die Coloreds wollten nur drei Dinge: eine “enge Möse, zu große Schuhe und einen warmen Platz zum Scheißen” (”a tight pussy, loose shoes, and a warm place to shit.”).

    Die politische Korrektheit erlaubt heute nicht mehr, das Original zu zitieren. Auch die Wikipedia (Link oben) mogelt sich darum herum! Die Frage ist, ob wir heute noch korrekt informiert werden, was genau abging und abgeht. Das Beispiel mag nicht nach jedermanns Geschmack sein, aber Christopher Hitchens, bei dem ich es abgeschrieben habe, nimmt es als Aufhänger, wie heute Journalismus funktioniert. Er hält die politische Korrektheit derzeit für den größten Feind der Pressefreiheit.

    Quelle: http://fact-fiction.net/

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